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Romney  45% 
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Ohio  
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Donnerstag
Apr072011

POTUS 2012: Mike Huckabee

Mike Huckabee ist mehreren Umfragen zufolge der Favorit unter den potentiellen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner für den Wahlkampf 2012. Der ehemalige Gouverneur von Arkansas und Baptistenprediger liegt nicht nur in den Südstaaten vorne, sondern würde mitunter auch die Wähler in Maine und New Jersey von sich überzeugen. Trotzdem scheint er bis jetzt nicht den unbedingten Willen für einen nervenzehrenden Wahlkampf aufzubringen und hält sich bezüglich einer definitiven Kandidatur weiter bedeckt. Wohl auch, weil eine Teilnahme an den Vorwahlen für ihn bedeuten würde, seine lukrative Fox TV-Show Huckabee aufgeben zu müssen. Das unentschlossene Verhalten sorgt seine Berater, die davor warnen, dass gute Wahlkampfstrategen und Top-Spender bereits jetzt von den Konkurrenten rekrutiert würden. Huckabee thematisiert aber konsequent die Belange der Basis und bleibt damit weiterhin im Gespräch.

Spitzenkandidat laut Umfragen

Obwohl es fraglich ist, ob Mike Huckabee seine Kandidatur wirklich bekannt gibt, ist er in vielen Bundesstaaten der Republikanische Wunschkandidat. Zwar unterlag er John McCain 2008 in den Vorwahlen in South Carolina mit drei Prozentpunkten, doch laut NCR News sieht sich Huckabee dieses Jahr in einer weitaus besseren Ausgangslage als vor vier Jahren. Eine Public Policy Umfrage von Ende Januar bestätigt, dass Huckabee im wichtigen Vorwahlstaat South Carolina mit 26% Stimmenanteil deutlich vor seinen möglichen Mitstreitern Mitt Romney und Sarah Palin liegen würde. Auch eine Winthrop Umfrage von Ende Februar bestätigt Huckabee in elf Südstaaten als führend, mit 22% der Stimmen auf seiner Seite, gefolgt von Newt Ginrich mit 13% und Palin mit 9%, wobei aber immerhin 20% der Befragten noch unentschlossen wären. Darüber hinaus führt er aber auch das Feld in Wisconsin, Maine, New Jersey und Pennsylvania an und scheint damit sein Manko, ein regionaler Kandidat zu sein, der nur im Süden und unter Evangelikalen punktet, erfolgreich abgelegt zu haben, so The Greenville News.

Keeping all options open

Huckabee befindet sich sprichwörtlich zwischen den Stühlen. Einerseits liegt er in den Umfrageergebnisse vorne. Andererseits hat er großes Interesse daran, seine Radio- und TV-Sendungen weiterzuführen, durch die er so gut verdient wie nie zuvor in seiner Karriere. Laut The Hill  sagte Huckabee: „Falls ich mich für eine Kandidatur entscheide, dann entscheide ich mich gegen mein jetziges gutes Einkommen. Deshalb werde ich diese Entscheidung nicht eher treffen, als ich es muss“. Verstärkt wird dieser Eindruck durch seine Aussage, er habe keine allzu großen finanziellen Reserven, auf die er sich stützen könne, so The Hill. Huckabee, aus einer Arbeiterfamilie stammend, begann nach seinem Universitätsabschluss eine Ausbildung zum Pastor. Während seiner Tätigkeit für die Baptistenkirche gründete er in den 80er Jahren zwei religiös orientierte Lokal-Fernsehsender, bevor er 1992 seine politische Karriere startete. Er wurde bereits ein Jahr später in das Amt des Vizegouverneurs von Arkansas gewählt. 1996 wurde er Gouverneur und  führte dieses Amt bis 2007, womit er der Gouverneur mit der drittlängsten Amtszeit in Arkansas geworden ist.

Huckabee gab an, seine Entscheidung nicht vor dem Sommer bekannt zu geben, was seinen Beratern große Sorge bereitet. Denn während er seine Möglichkeiten abwägt, würden andere potentielle Kandidaten bereits ihren Stab rekrutieren und sich ihre Wahlkampfstrategie zurechtlegen. Laut Berichten des Des Moins Registerhat einer von Huckabees Spitzen-Beratern von 2008 bereits angekündigt, er würde Tim Pawlenty unterstützen. Der Druck durch seine Anhänger und  Berater steigt, wenigstens in vertrauten Kreisen seinen Antritt kund zu tun. Denn eine effektive Spendenkampagne zu starten, brauche entsprechend Zeit und Huckabee läuft Gefahr sich selber ins Abseits zu manövrieren, so The Hill. Nach eigener Aussage Huckabees, sei es aber klug abzuwarten, schon allein um Gelder für den Wahlkampf sparen zu können.

Auch der Presse fällt Huckabees Unentschlossenheit im Vergleich zu anderen potentiellen Präsidentschaftskandidaten auf. Linda Feldman vom Christian Science Monitor ist der Ansicht, es sei letztendlich eine Frage des Willens. Er würde sich zwar in den Medien halten, um weiterhin als glaubwürdiger Kandidat zu gelten. Doch scheint er weniger darum bemüht zu sein, sich in eine günstige Position für einen zweiten Anlauf auf das Weiße Haus zu bringen, als sein neues Buch „A Simple Government“ zu promoten, soRoll Call. Auch MSNBC merkt an, dass Huckabee sich nicht sehr enthusiastisch über eine Kandidatur äußere, obwohl ihn seine Buchveröffentlichung in mehrere, für die Vorwahlen entscheidende, Staaten führe.

Musik in den Ohren der Parteibasis

Noch ist es daher alles andere als sicher, ob Huckabee den Willen aufbringt, sich auf einen langwierigen Wahlkampf einzulassen. Generell wird Huckabee nicht unbedingt als berechnender Redner angesehen, der zwar authentisch auftritt, aber Aussagen aus dem Moment heraus trifft, die mitunter vollkommen falsch sind, aber bei der Republikanischen Wählerschaft gut ankommen. So sendet er die richtigen Signale an die Basis: Sei es zum Thema Ehe und Familie, Religion, Grenzschutz und illegale Einwanderung, Israel, und Obamas "fremde" Weltanschauung. 

So äußerte er laut Politico erhebliche Bedenken darüber, welchen Einfluss die Haltung des Weißen Hauses bezüglich des Defense of Marriage Act (DOMA) auf die amerikanischen Familien haben würde. (DOMA definiert unter dem Begriff Ehe nur eine rechtliche Verbindung zwischen Mann und Frau.) Huckabee bezog sich auf die Entscheidung der Regierung von Ende Februar, das Gesetz nicht weiter zu verteidigen. Huckabee kritisierte auch die stolz zur Schau getragene Schwangerschaft von unverheirateten Hollywood-Schauspielerinnen wie Natalie Portman. Dies würde ein sehr verzerrtes Bild der Realität von alleinerziehenden Müttern vermitteln. Huckabee mahnte, dass die überwiegende Mehrheit der alleinerziehenden Mütter sehr arm sowie arbeitslos seien. Falls sie nicht staatliche Unterstützung bekämen, ihre Kinder in manchen Fällen sogar verhungern könnten, so Politico.

Auch seine jüngste Aussage zum Thema Religion sorgte für Debatten. Die muslimische Bürgerrechtsgruppe CAIR fordert von dem ehemaligen Pastor eine Entschuldigung für seine Äußerungen auf Fox News zu christlichen Gemeinden, die Muslimen für ihr Gebet ihre Kirchen zur Verfügung stellen würden. Huckabee sagte, er könne nicht verstehen, dass in einem Gotteshaus, wo Jesus Christus gepriesen wird, im Anschluss Muslime beten würden, die Christus und seine Anhänger als einen Haufen Ungläubiger betrachten würden, die alle „essentially obliterated“ werden sollten, so The Hill.

Ein weiterer viel diskutierter Punkt bei Huckabee ist der Grenzschutz der Vereinigten Staaten und in diesem Zusammenhang die illegale Einwanderung. So hatte er das Department of Homeland Security beschuldigt, bei der Sicherung der Grenzen versagt zu haben, denn schätzungsweise befänden sich in 200 US-Städten mexikanische Kartelle. Bürgermeister von mehreren Städten von Grenzstaaten veröffentlichen einen Brief an Huckabee und entgegneten, dass seine Behauptung jeder Statistik widerspreche, so Politico.

Auch außenpolitisch schlägt Huckabee die richtigen Töne an: Er vertritt beispielsweise die Auffassung, dass ein unabhängiger palästinensischer Staat nicht auf Kosten Israels geformt werden sollte, sondern in den arabischen Ländern. Er verglich die Bestrebungen, jüdische Siedlungen im Osten Jerusalems zu verhindern, mit den diskriminierenden Verhältnissen auf dem amerikanischen Wohnungsmarkt. Auch sollte sich die jüdische Bevölkerung niederlassen können, wo sie wolle, so die Associated Press.

Ein weiteres Zeichen, dass sich Huckabee mit der Basis gut stellen will: Präsident Obama hätte seine Kindheit in Kenia verbracht und habe daher eine andere Weltanschauung. Die meisten Amerikaner, so Huckabee, seien nun mal in ihrer Kindheit Pfandfinder gewesen und hätten keine Madrasa (islamisch religiöse Schule) besucht. Huckabee bezog sich auf ein dementiertes Gerücht, dass bereits bei den Wahlkämpfen von 2008 über das Internet in Umlauf gebracht worden war, so CBS News. Das Time Magazine kommentierte, das sei wohl die ultimative Republikaner Fantasie: Obama - ein „islamistischer Radikaler“.

Leichen im Keller

Wenn Huckabee sich zu einer Entscheidung durchringt und für die Vorwahlen antritt, muss er sich darauf gefasst machen, mit einem kontroversen Ereignis aus seiner Zeit als Gouverneur konfrontiert zu werden. Bereits im Februar hatte er seine Entscheidung wiederholt verteidigen müssen, im Jahre 2000 die Haftstrafe eines Straftäters erlassen zu haben, der neun Jahre später vier Polizisten erschoss, so die Los Angeles Times

Bereits 1988 wurde der Demokratische Präsidentschaftskandidat Michael Dukakis für die Unterstützung eines Projekts für Hafturlaub vernichtend attackiert, als ein wegen Mordes verurteilter Häftling (Willie Horton) nicht zurückgekehrt war und weitere gravierende Verbrechen verübt hatte. 

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