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Dienstag
Nov032009

Merkel vor versammeltem Kongress

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf sich heute mit US-Präsident Obama. Im Zentrum der Gespräche standen Afghanistan und Irak, berichtet BBC News. Obama sagte mit Blick auf den Besuch der deutschen Kanzlerin: "Wir schätzen den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan". Er lobte Merkel als "außergewöhnlich führend in der Frage des Klimawandels.” In der Debatte um weitere US-Truppen in Afghanistan will der US-Präsident allerdings auch Deutschland und andere NATO-Verbündete in die Pflicht nehmen, um die Sicherheit der vom Krieg zerstörten Region zu erhöhen, so USA Today.

Gerade von der schwarz-gelben Koalition erwartet Washington mehr Entgegenkommen in Sachen Afghanistan und dem iranischen Atomprogramm, schreibt die Associated Press. Dabei ist Afghanistan ein heikles Thema für Angela Merkel. Denn der Krieg ist in Deutschland und anderen Laendern Europas unpopulaer. Der deutschen Bundeskanzlerin wurde heute die seltene Ehre zuteil vor beiden Kammern zu sprechen. Merkel trat damit in die Fussstapfen Konrad Adenauers, der als einziger Kanzler vor ihr 1957 vor dem Kongress sprechen durfte. In Sachen Klimaschutz wollte Merkel fuer ein globales Abkommen werben, sah sich aber vor einem “skeptischen Publikum” im US-Kongress.

Derweilen stellt Ben Frumin vom TalkingPoints Memo fest, dass ausgerechnet der Republikaner  Joe Wilson, der bereits im Vorfeld des Besuchs lobende Worte für die Kanzlerin fand, zum offiziellen Begrüssungsteam gehört. “Merkel ist im Kommunismus aufgewachsen und ist nun Kanzlerin eines vereinten Deutschland. Ich bin sicher, sie wird auch weiterhin führen und zu mehr Wohlstand mit konservativen Grundsätzen inspirieren”, so Wilson in einer Erklärung. Der Republikaner war vor kurzem in die Schlagzeilen geraten, als er Präsident Obama während einer Rede vor dem Kongress im September als “Lügner” beschimpfte.  

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