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National           
Obama  47%
Romney  45% 
Electoral College  
Obama   253   
Romney   170   
Toss ups   115   
Ohio  
Obama   47%    
Romney   42,4%   
Florida  
Obama   45,5%    
Romney   45%   
Virginia  
Obama   47,5%    
Romney   44,3%   

 

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Donnerstag
Apr072011

He is in, but what about you?

Präsident Obamas hat seine Kandidatur für das Präsidentenamt so früh wie kein anderer amtierender Präsident angekündigt, so die Washington Times. Der Politikwissenschaftler Larry Sabato glaubt eine Erklärung dafür zu haben: Schlechte Laune bei der Basis. Denn die Magie von „Yes We Can“ aus dem letzen Wahlkampf 2008 sei verflogen. Frank Donatelli, Berater von John McCain 2008, sieht deswegen Obamas Chancen wiedergewählt zu werden, nur minimal besser als 50/50, so die USA Today. Ein ehemaliger Berater von Präsident Clinton sieht die Lage etwas positiver: Obama hat einen Beliebtheitsgrad von fast 50 Prozent, keinen ernsthaften Demokratischen Gegenkandidaten und kann unbegrenzt Spendengelder sammeln.

Doch andererseits hätten sich die unabhängigen Wähler von ihm abgewandt, die aktuelle wirtschaftliche Situation sei ziemlich düster und augenblicklich wären die USA in drei Kriegen verwickelt, so die Washington Post. Hillary Clintons ehemaliger Wahlkampfmanager Mark Penn erklärt in der Huffington Post derweilen, dass wenn die amerikanischen Wähler über die nächsten Jahre in Obama einen starken Präsidenten sehen, der das Land zielstrebig von seinen Problemen befreit, es kaum eine Rolle spielen würde, wer der Republikanische Kandidat ist. Wenn Obama dieses Image nicht erfolgreich projizieren würde, dann würde auch eine Milliarde Dollar an Wahlkampfspenden nichts daran ändern können.

Obamas Videoankündigung, ohne Obama

Präsident Obama gab am Montag per Video auf seiner Homepage seinen Antritt für die Präsidentschaftswahlen 2012 bekannt, so Politico. Neben der Berücksichtigung jeder den Demokraten zugeneigten Zielgruppe (Frauen, Jungwähler, Afro-Amerikaner und Latinos) waren in dem Spot vor allem Befürworter aus den Bundesstaaten zu sehen, in denen das Rennen für Obama knapp ausgehen könnte: Colorado, Nevada, North Carolina und Michigan. Fox News bemerkte weiterhin, dass auch Schwachpunkte angesprochen werden: ein älterer, weißer Mann meint im Video, dass er zwar nicht in allen Belangen mit Obama übereinstimme, ihn aber respektiere und ihm vertraue. MSNBCs Cenk Uygur bewertete das Video als langweilig und verwies darauf, dass es weniger um Inhalte ging, als um wer in dem Video zu Wort kam.

Roll Call berichtete derweilen, dass eine mit „Barack“ unterschriebene E-Mail an mindestens 13 Millionen Personen der Organizing for America Verteilerliste verschickt wurde. Die New York Times erklärte, dass Obama jedoch nicht dazu aufgerufen habe zu spenden, sondern vielmehr dafür wirbt, ein Netzwerk in der Basiswählerschaft zu (re)etablieren. Dieses Jahr sind noch keine TV Spots geplant, stattdessen plant man einen großen Stab an Wahlkampfhelfern zu engagieren, um weitere Unterstützer zu mobilisieren, so die Times in einem anderen Artikel. Denn wie schon der Titel seines Videos It Begins With Us bekräftigt, glaubt Obama nur durch eine sehr engagierte Basis ein zweites Mal ins Amt gewählt werden zu können.

Neue Kostenrekorde

Allerdings berichtete die Washington Post, dass Obamas Timing auch ein deutliches Zeichen dafür sei, dass er beginnen muss, auch Mittel für den kommenden Wahlkampf zu sammeln, um seinen Erfolg mit kostspieligen Werbespots und einer umfangreichen Graswurzelkampagne zu wiederholen. Die New York Daily Press führt an, dass Obama schon 2008 bewiesen hatte, enorme Summen mobilisieren zu können: im letzen Wahlkampf kamen $750 Millionen zusammen. Letzte Woche hat Obama ein Fundraiser in New York bereits die ersten $1.5 Millionen eingebracht. Obama wird dabei jeden Dollar brauchen können: Experten schätzten die Gesamtkosten des Wahlkampfes auf $3 Milliarden ein, was den letzten Präsidentschaftswahlkampf mit Kosten von $2 Milliarden übertreffen würde, so Bloomberg. Durch diesen Frühstart könnte er bis Anfang 2012 eine Kriegskasse mit bis zu $140 Millionen angesammelt haben – ein Vorsprung, der Obama einen wesentlichen Vorteil gegenüber den Republikanern verschaffen könnte, so die Washington Post

Kein zweites 2008

Laut ABC World News hat sich die Rolle Obamas im Präsidentschaftswahlkampf drastisch verändert. Er trete seine Kandidatur nicht mehr als unbeschriebenes Blatt an, sondern als Amtsinhaber, der das Land in neue Kriege geführt habe, sich mit einer Arbeitslosenquote von fast 9 Prozent konfrontiert sehe und auch kontroverse Gesetze wie seine Gesundheitsreform verabschiedet habe. Bloomberg News greift diesen Gedanken auf und bemerkt, dass seit Jahrzehnten kein Präsident wiedergewählt wurde, der eine Arbeitslosenquote von mehr als 7.5 Prozent zu verzeichnen hatte. Auch wenn Obama weiterhin relativ gut in den Umfragen abscheidet, so hat sich die Zahl derer, die ihn als einen starken Präsidenten ansehen und glauben, dass er die Probleme eines gewöhnlichen Amerikaners verstehen würde, um jeweils 21 Prozentpunkte verringert, so ABC World News. Der Late Night Talker Conan O`Brien parodierte prompt Obamas wegbrechenden Rückhalt: Seine Popularität sei so am Boden, er solle doch mit dem Slogan kandidieren „I´m Michelle Obama´s husband“.

Dennoch sind sich die Demokraten einig darüber, dass Obama ein sehr fähiger Präsident sei und seine Kompetenzen würden zugleich die scheinbar größte Schwäche der Republikaner aufdecken: Einen geeigneten Gegenkandidaten zu stellen. So schreibt auch USA Today, Obama sei in einer guten Ausganslage und könne seinen Vorsprung im Spendensammeln weiter auszubauen. Selbst die demographischen Entwicklungen hätten sich zum Vorteil der Demokraten verschoben – der Anteil der Minderheiten an der Gesamtbevölkerung steigt weiter.

Republican Revolution Lessons

Der Wahlkampf 2012 stellt sich für die wahrscheinlichen Republikanischen Kandidaten als komplizierter heraus als einst vermutet. Es herrscht innerparteilich keine klare Linie, wie man den nationalen Budgetproblemen oder Obamas Libyen-Politik begegnen solle, so die Washington Post. Während also Republikanische Gouverneure und Abgeordnete der Öffentlichkeit ein ungetrübtes Model konservativer Politik präsentieren möchten, halten sich wahrscheinliche Kandidaten, z.B. Haley Barbour und Mitt Romney, aus den Grabenkämpfen zwischen Demokraten und Republikanern in Washington größtenteils heraus, um so nicht eventuell Kollateralschäden zu werden, so die New York Times. Im 1996 Wahlkampf gegen den amtierenden Demokratischen Präsident Bill Clinton wurde der Republikanische Präsidentschaftskandidat und Senator Bob Dole zu sehr mit den unbeliebten Initiativen Newt Gingrichs assoziiert.

Gleichzeitig zögern die Spitzenkandidaten eine offizielle Bekanntgabe der Wahlkampfteilnahme heraus, um Kraft und Ressourcen zu sparen. So ist das Republican National Committee (RNC) diesen Wahlzyklus weniger auf die Signalwirkung der ersten Vorwahlstaaten bedacht und an der schnellen Herausbildung eines Spitzenkandidaten interessiert, sondern sucht mit der Strukturierung und Gewichtung der Vorwahlen vielmehr einen langwierigeren Wettstreit, indem sich die Kandidaten ausprobieren können. Diese Strategie ist eine Lehre aus dem letzten Wahlkampf, als das Gefecht zwischen Obama und Clinton die Medien dominierte und McCain nicht genug Aufmerksamkeit generieren konnte.

Hope isn’t hiring

Nur wenige Stunden nachdem Präsident Obamas Video im Internet erschienen war, veröffentlichte das RNC ihre Antwort: „Hope Isn´t Hiring“. Auch wurde unter dem Motto „Help us defeat Obama´s billion dollar campaign“ zu Spenden aufgerufen. Dabei konnten die Republikaner auch eine kurze Zeit lang stolz darauf verweisen, dass ihr Video wesentlich häufiger abgerufen wurde als Obamas Botschaft. Eine Reihe von wahrscheinlichen Republikanischen Präsidentschaftskandidaten nutzte Obamas Ankündigung als Möglichkeit, die aktuelle wirtschaftliche Situation zu kritisieren. So sagte beispielsweise Rick Sanatorum, dass sich das Land Obamas aufgezwungenen change keine weiteren vier Jahre leisten könne. Das einzige was sich verändert hätte, wäre der Schuldenberg, die Zahl der Arbeitslosen, der Ruf Amerikas, und ein teurer Militäreinsatz ohne klare Zielstellung, so CNN.

Von Mitt Romneys Seite war über Twitter zu vernehmen, er freue sich mit den 14 Millionen betroffenen Amerikanern darüber, endlich mehr Details über Obamas Maßnahmen gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu erfahren. Nach Vorbild des RNC veröffentlichte Tim Pawlenty ein kurzes Video, das auf die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes hindeutete und fragte, wie Amerika die Zukunft gewinnen könne, wenn man in der Gegenwart verlieren würde - eine Anspielung auf Obamas Winning the Future Slogan, so Politico. Potentieller Präsidentschaftskandidat Newt Gingrich beschuldigte währenddessen Obama, schon 18 Monate vor den Wahlen im Stil der [korrupten] Politik Chicagos von seinen Unterstützern Spenden zu erzwingen, so CNN.

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