Pragmatism over enthusiasm
Dienstag, April 3, 2012 at 12:38PM
Für Mitt Romney ist die Nominierung in greifbare Nähe gerückt. In den vergangenen Wochen haben sich immer mehr namhafte Parteifreunde, wie Floridas ehemaliger Gouverneur Jeb Bush, der Ex-Präsident George H.W. Bush sowie Floridas Senator Marco Rubio, für ihn ausgesprochen. Auch das Partei-Establishment ist mittlerweile gewillt, sich hinter Romney aufzustellen. Laut Rick Klein von ABC World News würde ein Sieg bei der heutigen Vorwahl in Wisconsin daher Romneys Anspruch auf den Posten als Spitzenkandidaten sichern. Dennoch wollen die kritischen Stimmen in Bezug auf Romneys Glaubwürdigkeit einfach nicht verstummen. Immer wieder wird ihm vorgeworfen, seine Meinung wie ein „Fähnchen im Wind“ geändert zu haben.
Nach Berichten der Washington Times ist Frank Newport vom Gallup-Umfrageinstitut überzeugt, dass es nun Romneys größte Herausforderung ist, die Parteibasis von sich zu begeistern. Eine gute Nachricht für Romney sei es, dass die Partei im Vergleich zu 2008 seiner Kandidatur generell positiver gegenübersteht. Die schlechte Nachricht sei allerdings, dass der Name Romney immer noch keine Begeisterungsstürme auslöst, so Newport in der Washington Times.
Auch nach Ansicht von Stuart Rothenberg von Roll Call hat Romney noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. Vor allem das Misstrauen der konservativen Gruppen mache ihm noch zu schaffen. Denn trotz seiner zunehmend konservativen Rhetorik sind es bisher nur die Moderaten und die wohlhabenden „Country Club Konservativen,“ die ihn unterstützen. Für Rothenberg ist noch nicht abzusehen, wie sich Romneys ständiger Positionswechsel für ihn auswirken könnte. Einerseits bietet dies den Wählern die Möglichkeit, in Romney den für sie passenden Kandidaten zu sehen. Andererseits könnte seine Glaubwürdigkeit so sehr geschädigt werden, dass viele Wähler ihm nicht vertrauen werden.
Nach Ansicht des Republikanischen Senators von Carolina, Jim DeMint, entwickelt Romney mittlerweile eine Art „pragmatischer Konservatismus,“ schreibt der Washington Examiner. „Ich bin überzeugt, dass Romney nicht unbedingt ein Konservativer ist. Er sei vielmehr daran interessiert, konkrete Probleme zu lösen.“ Gleichzeitig sieht DeMint bei Romney Entwicklungspotenzial und verglich ihn mit Reagans gewandeltem Verhältnis zum Konservatismus.
Erst in der letzten Woche war Romneys Glaubwürdigkeit erneut unter Beschuss geraten, als einer seiner engsten Berater, Eric Fehrstrom, erklärte, dass sich die Strategie und die Rhetorik für den Wahlkampf im Herbst grundsätzlich von der jetzigen unterscheiden wird, berichtet die Associated Press. „Es fast wie ein Etch-A-Sketch-Spielzeug: Du schüttelst es, alles verschwindet und dann fängst du wieder von Vorne an,“ wurde Fehrstrom von der Associated Press zitiert. Mit diesem Vergleich habe sich Romneys Kampagne ein Eigentor geschossen, resümiert die New York Times. Denn wieder einmal sei seinen Kritikern neuer Gesprächsstoff geliefert worden, der seine Glaubwürdigkeit in Frage stellt. Dies sieht der Miami Herald ähnlich. Fehrstroms Kommentar habe einen wunden Punkt getroffen: Nach wie vor haftet Romney das Image eines „Flip-Floppers“ an. Nach Berichten von NBC Nightly News war der Etch-A-Sketch-Kommentar sowohl bei den Demokraten als auch bei den anderen Republikanischen Kandidaten auf fruchtbaren Boden gefallen. Während Newt Gingrich und Rick Santorum in ihren Wahlkampf Reden das Etch-A-Sketch-Spielzeug Requisite nutzten , reagierte das Democratic National Committee (DNC) mit folgendem Video.
Währenddessen nimmt der Milwaukee Journal Sentinel einen höchst pragmatischen Standpunkt gegenüber Romney ein und unterstützt ihn bei der heutigen Vorwahl in Wisconsin. Dieser sei die einzige, wirkliche Alternative in einem „einfallslosen und schrumpfenden Feld von Herausforderern.“ Allerdings könne man sich nicht sicher sein, mit welcher „Romney-Version“ er die Wähler im November überraschen werde. Nichtsdestotrotz sei er bei weitem die beste Wahl für die Republikaner, so der Milwaukee Journal Sentinel.
Dabei helfen könnte ihm die Tatsache, dass sich die Parteikonservativen mit einigen seiner Entscheidungen mittlerweile scheinbar abgefunden haben. Die USA Today berichtete letzte Woche, dass die Kritik an Romneys Befürwortung des TARP-Finanzpaketes von 2008 öffentlich nicht mehr umstritten ist. Bei der Wahl 2010 war die Unterstützung des Paketes noch ein großes Hindernis für so manchen Republikaner bei der eigenen Parteibasis gewesen.
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