Connect
Neue Artikel
Suche
« Electoral Map Guesstimation | Main | Kassensturz »
Montag
Mai072012

Forward!?

Obama fehlte bisher ein mitreißender Slogan. Der wurde letzte Woche nun in einem Video vorgestellt: Nach „Hope“ und „Change“ sowie seinem berühmten „Yes we can“ vor vier Jahren, soll es nun mit „Forward“ in den Wahlkampf gehen. Romney reagierte wie The Hill schreibt prompt auf Obamas neuen Forward-Slogan und kommentierte ihn in einer Wahlveranstaltung, bei der er mehr als $ 625.000 einnahm, folgendermaßen: "His new slogan is: Progress - no, forward. Forward! That's it. Progress would be better. "I must use that one myself, actually. Forward is his new slogan, and it's like, forward, what, over the cliff?"

Der Politico beschäftigte sich dabei mit der Frage des neuen Wahlkampfmottos und warum es so lange dauerte, bis die Kampagne von Obama sich auf einen Slogan festlegte. Seit der Ankündigung, dass er zur Wiederwahl antreten würde, hatte sein Team mehrere Slogans ausprobiert, darunter „Winning the Future, We Can't Wait, An America Built to Last, An Economy Built to Last, A Fair Shot“, ohne sich auf einen festzulegen. Laut Kommunikationsexperten zeigt das „Kaleidoskop an Slogans“ die Schwierigkeiten Obamas, die er - seit er nicht mehr der rebellische Außenseiter im Wahlkampf sondern der Präsident der Vereinigten Staaten ist - damit hätte, seine Botschaft zu finden und zu kommunizieren. Ein Mitarbeiter der Kampagne von Obama betonte daher auch, dass es sich bei den Botschaften nicht um Wahlkampfslogans handele, sondern diese lediglich einzelne Themen hervorheben sollten.


 

Aufgrund mangelnder bzw. wenig überzeugender Aussagen seine eigene Person und Kampagne betreffend, schlug die New York Times Obama sogar schon den Slogan vor: „I am not Mitt Romney.“ Auch für Mitt Romney hatte sie einen Vorschlag parat: Da Mitt Romney als Republikanischer Abgeordneter früher eher dem "linken" Flügel angehörte, aber den ganzen Wahlkampf hindurch damit beschäftigt gewesen war, seine Vergangenheit zu verleugnen, könnten zum ersten Mal in der Geschichte beide Kandidaten berechtigterweise den selben Slogan benutzen: „I am not Mitt Romney.“

 

Die Republikaner dagegen versuchen Obama ein eigenes Vergangenheitsproblem zu "diagnostizieren" – genauer mit seiner Vergangenheit als Präsident. Ihre Strategie ist es laut Los Angeles Times, die Wahlen zu einem Referendum über seine - ihrer Ansicht nach - gescheiterte Präsidentschaft zu machen. Mit ihrem am Montag veröffentlichtem Wahlkampfspot "From 'Hope' to Hypocrisy" greifen sie die Wahlkampftaktik Obamas an indem sie anhand alter Zitate Obamas aus dessen Wahlkampf 2008 aufzeigen, dass er nun genau die gleiche Taktik benutze, von der er sich damals so heftig distanziert hatte: „to trash Romney“ und damit das Land zu spalten, anstatt seine Verdienste in den Vordergrund zu stellen. Dieses inkonsistente Verhalten prangern sie in dem Slogan „Obama 2008 versus Obama 2012“ an.

 

 


Die Los Angeles Times berichtet weiter, wie die Republikaner mit beißendem Spott Obamas 2008 Wahlkampfmotto von „hope and change“ nun in „hype and blame“ ummünzten. In Virginia und Ohio, zwei der wichtigen Swingstates in denen Obamas Wahlkampfkampagne vergangenes Wochenende Station machte, werden laut The Hill Autoaufkleber mit ihrer spöttischen Version von Obamas altem Wahlkampfslogan verteilt. Die Unzufriedenheit über nicht eingelöste Wahlkampfversprechen griff auch Late Night Talker Jay Leno auf: „Forward. That's a good message for Obama. He's telling voters, 'Whatever you do, don't look back at all those campaign promises I made. Just look forward, just look forward.“

Reader Comments

There are no comments for this journal entry. To create a new comment, use the form below.

PostPost a New Comment

Enter your information below to add a new comment.

My response is on my own website »
Author Email (optional):
Author URL (optional):
Post:
 
Some HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>