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Entries in demokraten (44)

Montag
Nov262012

Zwei Wochen bis zur Einigung?

Die Berichterstattung über den aufkommenden „Fiscal Cliff“ fokussiert sich vor allem auf eine scheinbare Meinungsveränderung unter den Republikanern. Einige von ihnen deuten ihre Bereitschaft an, ihr „No New Taxes“-Versprechen zu brechen. Die Chancen der Gesetzgeber den Stillstand in langfristigen Haushaltsverhandlungen zu beenden, haben sich in den letzten Tagen damit stetig verbessert, denn mehrere Republikaner machten ihre Bereitschaft klar, sich Grover Norquist zu widersetzen, so die Washington Times. ABC World News nannte dies einen Wendepunkt in der Debatte und erklärte, dass Obama vielleicht ein Geschenk von einigen Republikanern erwarten könne. Der Republikanische Senator Lindsey Graham sagte dazu: „Ich werde das Versprechen missachten, lange Rede kurzer Sinn, für das Wohl des Landes, aber nur wenn die Demokraten auch Reformen im Kranken- und Rentensystem durchführen.“

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Freitag
Nov022012

A Sandy Love Story

Nachdem Sandy weite Teile der Ostküste verwüstet hat, sind die Nachrichten voll mit Berichten über Obamas Krisenmanagement und Romneys Probleme mit diesem. So beschrieb ABC World News das „kraftvolle Bild“ des kampferprobten Republikanischen Gouverneur Chris Christie, der neben Präsident Obama steht, um zusammen mit vereinten Kräften die Krise zu meistern. Jake Tapper von ABC sagt, dass Hurrikan Sandy Obama zwar gezwungen hat sieben Wahlkampfveranstaltungen abzusagen, aber dafür hat er wahrscheinlich noch etwas viel Wertvolleres bekommen: Eine Möglichkeit sich tatkräftig zu präsentieren und als Anführer gesehen zu werden. Tapper erklärt weiter: „Das war heute die öffentlichste Zurschaustellung von Überparteilichkeit, ein Merkmal, dass viele unentschiedene Wähler lieben und schmerzlich vermissen in Washington.“ Gouverneur Christie selbst sagte, dass der Präsident unglaublich eng mit ihm zusammengearbeitet hat und er ihm nicht genug für seine persönliche Anteilnahme danken kann. Obama erklärte: „Gouverneur Christie setzt sich mit Herz und Seele dafür ein, sicher zu gehen, dass die Menschen in New Jersey wieder auf die Beine kommen und sogar gestärkt aus der Krise gehen.

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Donnerstag
Okt182012

I want you to register!

Mitarbeiter der Obama und Romney Kampagnen wiesen letzte Woche auf ihre jeweiligen Erfolge bei der Wählerregistrierung und Gewinnung von Frühwählern in Swing States hin. Dies deuteten sie als Anzeichen dafür, dass ihr Kandidat die Oberhand gewänne, so die USA Today. Jim Messina, der Kampagnen-Manager Obamas, sagte dazu: „Registrierte Wähler, angeforderte Stimmzettel für Frühwahlen und gewonnene Frühwählerstimmen, diese Zahlen erzählen dir die wahre Geschichte dieser Wahl. In fast jedem „Battleground State“ ist unser Vorsprung größer als er 2008 war. Wir haben mehr Wähler als 2008 registriert, wir haben an mehr Türen geklopft und wir haben mit mehr Leuten gesprochen.“ Die Durchschlagskraft Obamas Straßenwahlkampf entspringe den besseren organisatorischen Möglichkeiten, die der Präsident als Amtsinhaber habe, so Reuters. Einige der Wahlkampfbüros Obamas wären 2008 nicht geschlossen geworden und würden in diesem Wahlkampf durch neu eröffnete ergänzt. Obamas Amtsvorteil in der Wählermobilisierung, müssten sogar Romneys Wahlstrategen anerkennen. 

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Mittwoch
Sep052012

Bill ........... und Barack 

Am Mittwochabend wird das ehemalige Oberhaupt der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten sprechen. Nachdem Barack Obama 2008 der "Stich im Herz" der gestörten, jedoch scheinbar unzerstörbaren Clinton-Dynastie war, muss er nun Bill Clinton um Hilfe bitten. Dabei stellte Obama vor vier Jahren Clinton in seiner Kampagne als rassistisch und unmäßig dar, erinnert die Kolumnistin Maureen Dowd in der New York Times.

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Donnerstag
Jun282012

Keine Zeit für Obama?

Die Democratic National Convention in Charlotte, North Carolina, auf der Barack Obama offiziell wieder als Präsidentschaftskandidat nominiert werden soll, droht ein Misserfolg zu werden. Neben finanziellen Engpässen haben die Veranstalter auch mit Absagen zahlreicher Demokraten zu kämpfen. Viele Kandidaten aus konservativen Bundesstaaten ziehen es vor, sich nicht mit Obama zu zeigen, um ihren Wahlsieg nicht zu gefährden.

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Montag
Jun112012

Ein Oscar für die Kulisse

Am vergangenen Donnerstag wählten die Demokraten und die Republikaner für ihre Veranstaltungen jeweils symbolträchtige Orte, um so die vermeintliche Schwäche des Gegners auch visuell zu unterstreichen. In beiden Fällen ging es aber um die jeweiligen Fehler des Gegners beim wichtigsten Thema - dem Wirtschaftswachstum.

Die Demokraten entschieden sich bei ihrer Kulissenwahl für das Kapitol von Massachusetts – dem ehemaligen Regierungssitz von Gouverneur Mitt Romney. Der Auftritt dort fand in gespannter Atmosphäre statt. Laut der Associated Press wurde Obamas Top-Stratege David Axelrod während seiner Rede von Romney Anhängern durch Sprechchöre unterbrochen und ausgepfiffen, als er seinerseits Romney wegen dessen mageren Verdiensten als Gouverneur kritisierte. Vor der historischen Kulisse verlas er Statistiken, laut denen es Romney in seiner Amtszeit zwischen 2003 und 2007 als Gouverneur nicht gelungen sei, nennenswert Arbeitsplätze zu schaffen. Nachdem er sich den Wählern als „Retter der Wirtschaft“ verkauft hatte, sei seine Leistung diesbezüglich doch sehr schwach. So läge sein Staat bei der Schaffung von Arbeitsplätzen nur an 47. Stelle, gleichzeitig seien doppelt so viele Arbeitsplätze verloren gegangen wie im Bundesdurchschnitt und das Haushaltseinkommen fiel trotz nationalem Wirtschaftswachstum.

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Montag
Mrz292010

Big f$#@ing Deal

Die Demokraten liefen nach der Gesundheitsreform umher wie in einem Schockzustand, meint Maureen Dowd in der New York Times. „Heiliger Strohsack,“ haben sie sich selbst gesagt. „Wir sind nicht die absoluten Schwächlinge. Wir können wirklich etwas schaffen, wenn wir uns zusammenreißen.“ Harold Meyerson erklärt in der Washington Post, dass sich die so oft unglückseligen und manchmal hoffnungslosen Demokraten mit der Verabschiedung der Gesundheitsreform selbst in etwas verwandelt haben, was Amerika so seit Jahrzehnten noch nie gesehen hat: eine (Demokratische) Partei, die regiert. Ähnlich euphorisch äußert sich auch Scot Lehigh im Boston Globe: Die USA sind endlich auf dem Weg zu einer nahezu umfassenden Gesundheitsabsicherung. Und ein Präsident, den Konservative Gesprächsführer verspottet haben und der Meinung waren, er würde kein Land mehr sehen und schnell sinken, hat gerade eine historische Errungenschaft vollbracht.

Margaret Carlson schaut in die Zukunft und prophezeit bezüglich der Zwischenwahlen: Wenn die Wähler im November entschieden haben, könnte es sein, dass die Republikaner zurückschauen auf all die düsteren Warnungen, die sie über die sichere Niederlage bekanntgaben, und realisieren, dass sie über sich selbst gesprochen haben. Präsident Obama hat die politischen Spielregeln in Stücke gerissen, urteilt Clive Crook in der Financial Times. Was passiert ist war extrem unwahrscheinlich: Die Öffentlichkeit hat sich gegen den Vorschlag der Demokraten gestellt und die Partei hat es trotzdem getan. Wenn sie Erfolg haben und ihre Mehrheiten im Kongress bewahren sollten, haben sie grünes Licht um ihre weiteren Ziele voranzubringen. Sie werden zu dem Schluss kommen, dass „Clintonismus“, der die Meinung der politischen Mitte über alles erhob, ein Fehler war.

Auf der anderen Seite formiert sich die Opposition: Für den Moment haben die Herrschaften in Washington das Sagen. Wir fangen besser damit an, uns mit unserem neuen Status als gute Europäer zu arrangieren, erklärt der Republikanische Gouverneur von Indiana Mitch Daniels im Wall Street Journal. Die Republikaner im Repräsentantenhaus werden jeden Tag daran arbeiten das Gesetz außer Kraft zu setzen und noch einmal von vorne anzufangen, verspricht der Abgeordnete Mike Pence (ebenfalls aus Indiana) im Wall Street Journal. Wenn wir ObamaCare außer Kraft setzen, können wir noch einmal ganz von vorne beginnen. Was auch der mögliche Präsidentschaftskandidat und Gouverneur von Louisana Bobby Jindal befürwortet. „Newt Gingrich sagt, wir sollten es „außer Kraft setzen und neu machen“. Das funktioniert”, schreibt er im Wall Street Journal.

Es stellt sich heraus, dass die Abstimmung über die Gesundheitsreform im Kongress tatsächlich ein Waterloo war, auch wenn Senator Jim DeMint mit seiner Prophezeiung nicht ganz richtig lag, meint Thomas Frank im Wall Street Journal. Er verweist auf einen kursierenden Aufsatz, der als Folge der Abstimmung am Sonntag von dem ehemaligen Bush-Redenschreiber David Frum geschrieben worden ist. Darin führte er die Schuld für die Niederlage der Republikaner auf ihre Strategie der klaren, unnachgiebigen Verneinung zurück. Die Debatte über die Gesundheitsreform, die zum Glück am Sonntag zu einem Ende gekommen ist, war nicht gerade die Sternstunde der Amerikanischen Konservativen, findet auch E.J. Dionne Jr. in der Washington Post. In seiner derzeitigen Inkarnation, hat der Konservatismus eine ärgerliche Reizbarkeit angenommen. Er ist gefangen in einem Pseudo-Populismus, dem der wahre Konservatismus misstrauen sollte.

Ich gebe es zu: Ich hatte Spaß dabei, Leute vom Rechten Flügel dabei zu beobachten, wie sie außer Rand und Band gerieten, als die Gesundheitsreform endlich zum Gesetz geworden war, schreibt Paul Krugman in der New York Times. Aber ein paar Tage später sieht es nicht mehr so unterhaltsam aus – und das nicht nur, weil die Welle des Vandalismus und der Drohungen gegen die Demokratischen Abgeordneten gerichtet sind. Wenn man Amerikas Zukunft wichtig nimmt, kann man nicht glücklich sein, wenn Extremisten die komplette Kontrolle über eine unserer beiden großen Parteien übernimmt, so Nobelpreisträger Krugman. Sarah Palin, die tatsächlich eine Landkarte ins Internet gestellt hat mit dem Visier über 20 Wahlbezirken mit Demokratischen Mitgliedern des Repräsentantenhauses, die sie gerne „aus dem Amt befördern“ würde und die auch bei Twitter schrieb „Nicht zurückziehen, sondern nachladen“, sollte in der Lage sein ihren Enthusiasmus ohne Jagdmetaphern auszudrücken, meint auch die Washington Post.

Politische Führer, die extremistischen Wortschatz gebrauchen und aufgebrachte Menschen dazu anspornen „nachzuladen”, verhalten sich rücksichtslos. Man muss diesen Wahnsinn beenden, bevor jemand verletzt wird, bittet auch Eugene Robinson in der Washington Post. Es wäre zutiefst schädlich für die Demokraten, diese Geschichte als eine rein politische Chance zu sehen, beziehungsweise als einen Weg, um die Opposition gegen ObamaCare zu untergraben, indem man diese als gefährlich und zerrüttet darstellt. Das würde das Land nur weiter entflammen, warnt Peggy Noonan im Wall Street Journal.

Freitag
Mrz192010

Rache der Clintons?

Auch auf den Kommentarseiten der Zeitungen wird die Auseinandersetzung zur Gesundheitsreform ausgetragen. Laut Peggy Noonan offenbarte Präsident Obama seine größte Schwäche bei der Gesundheitsreform in einem Interview bei Fox News. Er wich Fragen aus, verschleierte Antworten und führte in die Irre, schreibt sie im Wall Street Journal. Bei weiteren Nachfragen wirkte er gereizt und schien seine Karten nicht offenlegen zu wollen.

Der Grund dafür, dass die Gesundheitsreform nur mit letzter Kraft über die Zielgerade kommt, liegt bei Obama und den Demokraten. Diese hätten nach einem Jahr endlich erkannt, dass es ihnen politisch besser gehen würde, wenn sie einfach nur versuchen würden, die richtigen Dinge zu tun, behauptet Eugene Robinson in der Washington Post.

Wir glauben, dass eine stärkere und prinzipientreuere Führung des Präsidenten ein Gesetz hervorgebracht hätte, das von Beginn an größere Erfolgsaussichten gehabt hätte, statt sich jetzt auf bürokratische Winkelzüge verlassen zu müssen, meint die Washington Post. Trotz allem empfiehlt die Zeitung den Abgeordneten, sich für die Gesundheitsreform zu entscheiden.

Bloombergs Kevin Hassett sieht das anders. Im Rückblick auf misslungene Gesundheitsreformanstrengungen seitens Bill Clintons, erklärt er, dass die Demokratischen Politiker damals Clintons Darstellung glaubten: Dessen erste große Niederlage sei ein Versagen der politischen Durchsetzungsweise gewesen und nicht der Idee an sich. Dieser Trugschluss würde jetzt offenbart, da auch bei diesem Versuch die Öffentlichkeit nicht hinter der Idee steht. Laut Hassett sollte die Film-Version des ersten Jahres der Obama-Regierung deshalb "Die Rache der Clintons" heißen.

Donnerstag
Dez172009

2010

Als vergangenen Freitag im Kongress das Gesetz zur Finanzmarktkontrolle verabschiedet wurde, hat nicht ein einziger Republikaner für die Reform gestimmt. Während die Demokraten den im nächsten Jahr bevorstehenden Gegenwind schon jetzt zu spüren bekommen, glauben sie, dass sich die Republikaner durch ihre Verweigerung angreifbar machen. Schließlich geht es um den deutlichsten wirtschaftlichen Niedergang seit der Großen Depression, schreibt das Wall Street Journal. Heute schalteten einige Demokraten einen Radio-Spot, der sich gegen fünf der Republikaner richtet.

Unmittelbar nachdem auch Bart Gordon aus Tennessee angekündigt hat, in den Ruhestand zu gehen, streuen bekannte GOP-Politiker das Gerücht, Representative Lincoln Davis könnte der Nächste sein, der seinen Hut nimmt, so Roll Call. Dieser reagierte prompt: “Wie auch immer, 2010 bin ich als Kandidat für den Kongress wieder im Rennen.” Nach einer Reihe von schwierigen Abstimmungen droht 2010 auch ein Überbleibsel aus dieser Legislaturperiode: Das Troubled Asset Relief Program (TARP). Das Programm sei DAS Beispiel für umstrittene Regierungsmaßnahmen, gegen die sich nächstes Jahr Widerstand gegen die amtierenden Gesetzgeber formieren wird, so The Hill.

Wie das Weiße Haus am Mittwoch verkündete, verbessert sich die wirtschaftliche Situation nach den vorgenommenen Investitionen. Trotzdem seien noch "gezielte Ideen" notwendig, um Arbeitsplätze zu schaffen, so The Hill. Seit die entsprechenden Gesetze im Februar unterzeichnet wurden, ist die Arbeitslrate von rund 700.000 zusätzlichen Arbeitslosen auf nur noch 11.000 zusätzliche Arbeitslose im letzten Monat zurückgefallen. Dennoch hat die Regierung ohne großes Aufsehen beschlossen, auf potenzielle Steuergelder in Milliardenhöhe von der Citigroup zu verzichten. Dies sei Teil der diese Woche bekanntgegebenen Vereinbarung, aufgrund der Finanzkrise Unternehmen von massiven Steuergeldern zu entlasten, so die Washington Post. Während die Obama-Regierung erklärt, dass der Steuerzahler vom Verkauf der Citigroup-Aktien profitieren wird, sagte ein Rechnungswesen-Experte, der verlorene Steuer-Umsatz könnte diese Gewinne leicht übertreffen.

Im Kongress wurde am Mittwoch noch eine Last-Minute-Flut von Rechtsvorschriften verabschiedet, darunter ein $636 Milliarden schwerer Pentagon-Etats, eine kurzzeitige Anhebung der nationalen Schuldenobergrenze und eine Ausweitung der Unterstützung für Millionen arbeitsloser Amerikaner, schreibt die Washington Post. Ein $150 Milliarden schweres Gesetz zur Schaffung von Arbeitsplätzen hat aber in diesem Jahr keine Chance mehr, im Senat verabschiedet zu werden. Es sei vielmehr ein Reflex der Demokraten, die überzeugt sind, dass die Bewältigung der Arbeitslosigkeit im Januar für sie allerhöchste Priorität haben wird.

Die Demokraten im Senat werden im Januar Maßnahmen für den Arbeitsmarkt ergreifen, vorausgesetzt sie haben die Gesundheitsreform abgeschlossen, berichtet The Hill. Majority Whip Dick Durbin sagte am Mittwoch, eine Jobs wären das erste Thema des Jahres. Durbin brachte auch zum Ausdruck, dass der Senat trotz blockierender Republikaner die Gesundheitsreform verabschieden wird, bevor die Politiker eine Ferienpause einlegen.

Mittwoch
Dez162009

Mein Lieber Mann

Senator Joe Lieberman hat am Dienstag Präsident Obama und den Demokraten im Senat mitgeteilt, dass er die Gesundheitsreform aller Vorraussicht nach unterstützen wird, wenn es zur Abstimmung kommt, so Roll Call. Bei dem Treffen sagte Lieberman, er habe nicht gerne die Oppositionsrolle bei der Gesundheitsversorgung übernommen, aber die Enscheidung führender Demokraten, beide Optionen – die staatliche Versicherung als auch die Medicare-buy-in-Option – aus der Gesetzesvorlage zu streichen, würde ausreichen, um seine Stimme zu sichern. 

Dabei scheint Joe Lieberman vergessen zu haben, dass er früher diese Medicare-buy-in-Option unterstützt hat, schreibt die New York Times (die Teilnahme an der Rentner-Krankenversicherung sollte damit den 55-64 Jährigen ermöglicht werden). Es sollte auch daran erinnert werden, dass Lieberman während seiner Karriere im Senat mehr als $1 Million von der Industriebranche erhalten hat. Im Wahlkampf 2006 belegte er damit in einem Ranking sogar den zweiten Platz, erinnert das Blatt.

Einige Linke, die angekündigt hatten, dass sie die Gesetzgebung befürworten, sagten, sie würden dies mit Entäuschung tun, während liberale Aktivisten und Mitglieder des Repräsentantenhauses ihre tiefe Unzufriedenheit darüber äußerten, dass der Senat “in die Mitte rückt”, schreibt The Hill. Die meisten stimmen jedoch darin überein, dass  Kompromisse unvermeidlich waren. Eine neue Umfrage von Washington Post und ABC News zeigt, dass in der Bevölkerung befürchtet wird, dass ein neu gestaltetes System höhere Kosten, aber auch eine Verschlechterung der Versorgungsqualität mit sich bringt, schreibt die Washington Post. Eine knappe Mehrheit der Amerikaner glaubt aber immer noch, dass staatliches Handeln notwendig ist, um einer unkontrollierten Kostenexplosion im Gesundheitswesen entgegenzuwirken und die Versorgung für rund 46 Millionen Unversicherte ausdehnen zu können.  

Auf dem Capitol Hill sagt man, die Medicare-Debatte sei ein gutes Beispiel für die komplexe Politik und die brutale Realität der Beratungen im Senat. Es gebe wenig Zeit, um Vorschläge zu verfeinern, wenn diese nicht sofort die 60 erforderlichen Stimmen für die Gesundheits-Gesetzgebung bekommen, so die Washington Post. Diese komplizierte Dynamik machen sich Lobbyisten für Krankenhäuser und Ärzte zunutze, machen Stimmung gegen Ideen und stürzen sich auf die Demokraten im Senat, die besonders anfällig für ihre Botschaft sind.

Dana Milbank erinnert daran, dass Obama im Wahlkampf versprochen hatte, sich der Arzneimittelindustrie anzunehmen und es Amerikanern ermöglichen wollte, billigere Medikamente importieren zu können. Obama sagte damals: "Wir sagen den Pharma-Unternehmen ‘nein, danke’ zu ihrer überteuerten Arznei, die hier sogar doppelt so teuer ist wie in Europa und Kanada." Aber am Dienstag, als die Angelegenheit im Senat debattiert wurde, habe Präsident Obama vergessen "Nein, danke” zu sagen.