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Dienstag
Apr242012

Likeable enough?

Der Republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ist zu diesem Zeitpunkt der unpopulärste Kandidat einer Volkspartei seit 1984. Zu erklären ist dies u.a. mit der Art und Weise, mit der seine Erfolge erzielt wurden bzw. der Wahlkampf in den USA geführt wird. Gemeint sind die zahlreichen Werbespots aus dem Lager Romneys und seiner Kontrahenten, welche auf die Diffamierung des innerparteilichen Gegners abzielten. Dass auch Romneys Sympathiewerte unter den amerikanischen Wählern durch solche Attacken Schaden nehmen, ist aus Sicht der Republikaner eher zweitrangig, so berichtet The Boston Globe. Beispielhaft für die obige Diskussion nun eine Reihe von Werbeposts, die den Bundesstaat Wisconsin im Vorfeld der dortigen Vorwahlen am 3. April überfluteten. Allein die Mitt Romney nahe stehende Super-PAC „Restore our Future“ ließ u.a. den folgenden Werbespot über 1647 Mal bei Lokalsendern laufen, so Bloomberg News.

Santorum wird im obrigen Werbespot als desinteressierter Politiker dargestellt, dem es gleichgültig sei, „wie die Arbeitslosenrate sich entwickeln wird“. Aufgrund der Tatsache, dass Santorum mehrere Male im Senat der Erhöhung des Budgetlimits und somit direkt der Zunahme der staatlichen Ausgaben zugestimmt hat, wird der Republikaner nach außen auch als Verfechter des "linken" Keynesianismus dargestellt.

Folgt man den Aussagen des Werbespots der Romney-Kampagne, kommt man zu dem vorläufigen Schluss, dass Romneys Wirtschaftsphilosophie diejenige sein muss, die den USA den Weg in eine bessere Zukunft weist. Der Werbespot rückt Romney in das Licht eines konservativen Paradebeispiels fiskaler Vernunft. Die Agenda des gebürtigen Detroiter kann, so berichtet The Hill, als die mutigste seit der Ära Ronald Reagans in den 1980er Jahren angesehen werden. Romneys Werbespot suggeriert darüber hinaus ein äußerst positives Bild des ehemaligen Gouverneurs von Massachusetts. In diesem Zusammenhang wird vor allem auf seine Arbeitsbilanz als Gouverneur verwiesen. Auffällig ist, dass die von Romney des Öfteren verwendeten Begriffe „jobs“ und „Rick Santorum“ im oben angezeigten Werbespot kein einziges Mal – so berichtetet Politico – erwähnt werden.

Die Antwort aus Santorums Lager ließ nicht lange auf sich warten. Der Werbespot seiner Super-PAC „The Red, White and Blue Fund“ stellt fest, dass Romney einfach nicht zu trauen ist. Der Grund hierfür wird in seiner Bilanz als Gouverneur gesehen. Romney habe Massachusetts in finanzielle Schwierigkeiten getrieben. Weitere Kritik kommt beim Thema Gesundheitsreform auf, bei der der Ex-Gouverneur in der Vergangenheit bereits Vorarbeit für die Demokraten geleistet hatte. Die inhaltliche Nähe der Gesundheitspolitik von Obama und Romney wird auch in einem weiteren Werbespot von „The Red, White and Blue Fund“ kritisiert. Der Werbespot scheint zunächst wie ein klassischer Anti-Obama-Spot auszusehen, entpuppt sich letztlich jedoch als ein Affront gegen Romney, der mit Obama inhaltlich auf eine Stufe gestellt wird. Santorums Lager versucht auf diese Weise die Ansicht, Romney wäre nur vom Namen her Republikaner und nicht von der Politik her (RINO = Republican In Name Only), zu stärken.

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