Politico berichtet über einen Werbespot des Super-PAC Americans For Prosperty (AFP), welche von den Koch Brüdern ünterstützt wird. Es ist ein einminütiges Video, welches in zwei Staaten ausgestrahlt wird, bevor es in 11 umkämpften "battleground" Staaten eingesetzt wird. Das Ziel dieses Spots ist es, die Unzufriedenheit der ehemaligen Wähler Obamas zu unterstreichen. Es zeigt drei Personen die - laut AFP - Obama bei der letzten Wahl unterstützt haben: Eine Frau, die einen goldenen Davidstern trägt, fragt zu welchem Preis der Präsident Obamacare beschlossen hat. Ein anderer Mann sagt, dass er bedauert Obama gewählt zu haben.
Seinen Kontrahenten Mitt Romney klar anvisiert, veröffentlichte Präsident Obamas Lager einen neuen Werbespot mit dem Titel „Schweizer Konto,“ der vorerst in den wichtigen Bundesstaaten Ohio und Virginia (aber auch in Iowa) laufen wird, so die Huffington Post. Der Sprecher im Werbespot stellt polemisch fest: „Als Vorsitzender eines Unternehmens verschiffte [Romney] amerikanische Jobs nach Mexiko und China. Als Gouverneur lagerte er Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst zugunsten eines Callcenters in Indien aus. Darüber hinaus setzt er sich weiterhin für Steuererleichterungen von Unternehmen ein, die zugleich Jobs nach Übersee verlegen. Genau das ist es, was man von einem Mann mit Schweizer Bankkonto erwarten kann.“
The Los Angeles Times schreibt, dass der Werbespot als ein offensiver Versuch verstanden werden kann, das Bild des Republikanischen Präsidentschaftskandidaten in der Öffentlichkeit negativ zu besetzen. Ein Wahlkampfberater bezeichnete den Spot dann auch als „symbolisch“ für die Zukunft.
Verglichen mit der gegnerischen Multi-Millionen-Dollar Fernsehkampagne der bedeutenden Super-PAC "Americans for Prosperity“ ist der Spot jedoch eher als "milde" einzustufen. Das 30-sekündige Video beginnt mit der "Brandmarkung" der energiepolitischen Initiativen der Regierung "als übertrieben, fehlerhaft und zusammenhanglos." Die konservative Gruppe behauptet, dass die für die Maßnahmen der Regierung eingesetzten Fördergelder in Höhe von Milliarden von Dollar lediglich Arbeitsplätze in Übersee geschaffen haben, so die Los Angeles Times.
Die Pressesprecherin Romneys, Amanda Henneberg, feuert im Wall Street Journal zurück: „Unfähig seinen traurigen Rekord von 23 Millionen arbeitlosen Amerikanern, die Verschwendung von Staatsgeldern wie im Fall von Solyndra, die explorierenden Staatsschulden sowie die unzumutbaren Energiepreise zu verteidigen, hat sich Präsident Obama abermals in Angriffe gegen Mitt Romney geflüchtet."
The Hill berichtet derweilen, dass Obamas Kampagne sich Romneys Steuererklärung aus dem Jahr 2010 zu Nutze gemacht hat, um eine anschauliche Landkarte dessen Bankkonten in Übersee zu erstellen. Die auf der Homepage von Obamas Wahlkampfkampagne veröffentlichte Grafik zeigt die Trusts, Fonds und Beteiligungen, die Romney auf den Bermudas, in Irland, Deutschland, Luxemburg, der Schweiz, auf den Cayman Inseln und Australien hält. Auf der Homepage heißt es des Weiteren, dass „uns nicht bekannt ist, ob [Romney] diese Konten nutzt, um die Zahlung seines tatsächlichen Steueraufkommens zu vermeiden, aber wir wissen, dass Romney einen erschreckend niedrigen Steuersatz von 13,9 Prozent hat. Das bedeutet, dass er einen geringeren Steuersatz zu zahlen hat als viele Lehrer, Feuerwehrmänner, Polizisten und andere Durchschnittsamerikaner – sogar einen niedrigeren als die meisten anderen Millionäre.“